Unser Wohnmobil Kurztest

So, wir haben es dann doch mal geschafft ein Wohnmobil auszuleihen und das ganze Camping Thema auszuprobieren.

Geworden ist es ein MC Louis Glamys, mit Bett im Alkoven und Bett im Heck.

Knapp 7m lang, 3,10m hoch und max 3,5to schwer sind so die groben Eckpunkte.

Ein Modell mit Hecksitzgruppe wäre interessanter gewesen, gab es aber zu dem Zeitpunkt in unserer näheren Umgebung leider keins.

230V gabs nur durch Landstrom, war also kein Inverter an Bord.

Das heisst, die Kaffeemaschine mal kurz auf dem Parkplatz anwerfen war nicht drin.

Eigentlich war das jetzt nicht das richtige Modell um zu zweit längere Zeit unterwegs zu sein, aber um mal das Fahren und Stehen auf Stellplätzen auszuprobieren, hats gut gereicht.

MCLouis Brombachsee
MCLouis Brombachsee

Der 1. Stellplatz den wir uns ausgesucht hatten ist bei einem großen Wohnmobil Händler, der war aber an dem Tag schon gut voll und wir haben dort leider keinen Stromanschluss mehr bekommen.

Ging aber auch für eine Nacht mal ohne. Für die Wasserpumpe, das Licht und ein wenig Handy laden, reicht auch die Aufbaubatterie eine Weile aus.

Nachdem wir uns den ganzen Tag auf dem Gelände des Händler rumgetrieben und ein Wohnmobil nach dem anderen durchgeschaut hatten, wollten wir nicht mehr so weit fahren und wir haben uns für die nächste Nacht einen Stellplatz am Ammersee im schönen Herrsching ausgesucht.

Nach dem freundlichen Empfang des Betreibers und einer kurzen Einweisung haben wir uns mal an den Auffahrkeilen probiert. War jetzt zwar nicht unbedingt nötig, aber irgendwann wollten wir das sowieso mal testen, also wenn nicht jetzt, wann dann.

Hat ganz gut geklappt und nach ein paar Versuchen stand das Wohnmobil nicht mehr ganz so schräg, aber gefühlt ziemlich wackelig auf den Auffahrkeilen.

Da wären ausfahrbare Stützen natürlich eine feine Sache, um sich da erheblich mehr Komfort und Stabilität zu gönnen.

An dem Stellplatz war Wasser und Strom in dem Preis von 27€ für ein Fahrzeug und 2 Personen inkludiert, so konnten wir den Landstrom nutzen und die Kaffeemaschine mal ausprobieren. Hat alles wie erwartet funktioniert und wir haben an dem Stellplatz auch gleich die Ver- und Entsorgung das erste Mal getestet.

Kassettentoilette entleeren, Grauwasser ablassen und Frischwasser auffüllen, alles kein Hexenwerk und absolut machbar. Das meiste wussten wir schon aus den zahlreichen Videos, aber das mal selber zu machen hat halt doch noch mal ein anderes Feeling.

Herrsching am Ammersee
Herrsching am Ammersee

Danach testeten wir noch einen Stellplatz in Stadtnähe, das war nur ein großer Parkplatz an einem Hallenbad, 5min Fußweg von der Stadtmitte Ingolstadt entfernt.

Bezahlt wurde am Ticketautomat und Strom war auch da inklusive, für den Preis von 5,50 € für 24 Stunden. Da kann man nicht meckern.


Als letztes suchten wir noch einen Stellplatz am Brombachsee aus, ein super großes Gelände mit sehr viel Platz. Bezahlen durften wir wieder am Automat, 13,50 € für ein Kombiticket Tag/Nacht, aber diesmal ohne Strom oder Wasser inklusive.

Mitte Oktober war da natürlich nicht mehr viel los und wir konnten uns einen schönen ruhigen Platz aussuchen. An der Stromsäule haben wir mit Einwurf von  50 Cent, 1 Kwh freigeschalten, die haben wir nicht mal zur Hälfte verbraucht bis zum nächsten Tag.

Das war dann eigentlich auch schon der ganze Test, wir haben alles was wir uns so vorgestellt hatten ausprobiert. Kleine Stellplätze, große Stellplätze und Parkplätze nur zum Übernachten. Ver- und Entsorgung, außerdem das schlafen und kochen im Wohnmobil.

Auch das Fahren war interessant mit so einem Teil auf kleinen und großen Straßen oder rückwärts aus Parkplatz Einfahrten weil da gaaanz klein „Einfahrt nur für Dauerparker“ irgendwo an der Schranke stand 🙂

Wobei die 7m jetzt ja auch nicht riesig sind und über 7,5m wollten wir eigentlich eh nicht gehen.


Was wir daraus gelernt haben?

Auf jeden Fall muss “unser” Wohnmobil eine weitgehenst autarke Stromversorgung haben.

Das heisst mindestens 200Ah Stunden Kapazität, am liebsten gleich LiFePo4 Akkus.

Dazu Solarpanels auf dem Dach und eine gescheite Regelanlage mit Ladebooster, damit man im Optimalfall unabhängig vom Landstrom ist.

Außerdem ein bequemes großes Bett in dem man nicht über den anderen drüber krabbeln muss. Mag zwar manchmal auch nett sein, aber auf Dauer ist das nichts.

Genauso im Bad sollte kein Waschbecken integriert sein, dass man bei jedem duschen verschieben muss. Das hat uns schon in der kurzen Zeit gestört. Am schönsten wäre eine extra Dusche.

Vom Gewicht her kommen wir mit 3,5 to nicht hin, also sind über 4to auch gesetzt.

Eine automatische Hubstützenanlage wäre nett, aber jetzt glaub kein Muss.

Bei dem Händler stand ein Dethleffs Alpa 6820-2 Alkoven Modell, das würde super passen. Besonders die Hecksitzgruppe und die Möglichkeit Bad, Schlafzimmer und Wohnbereich zu separieren haben uns sehr gut gefallen.

Ein kleiner Nachteil ist die Höhe. Durch den Alkoven sind wir bei 3,27m ohne Aufbauten. Inwieweit einen das dann beim Routen aussuchen behindert, kann man aber wohl erst durchs ausprobieren über eine längere Zeit sagen.

Dann gäbe es noch den Frankia 740 Plus als Alkoven und Integrierten, die müssen wir uns auch mal anschauen, ist ja der gleiche Grundriss wie der Alpa.

Das Toilettenthema (Kassette, Trockentrenntoilette, Verbrenner oder das neue Clesana System mit dem Einschweissen in Folie) wird dann noch zu klären sein. Das wird sich mit der Zeit zeigen, vielleicht kommt da ja auch noch was interessantes in den nächsten Jahren. Trenntoilette die nur die Feststoffe einschweisst z.B., mal schauen wenns soweit ist und was dann alles so im Angebot ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.